ARTE-Sendungen 7 Tage lang online sehen

"Holy Motors" von Leos Carax

Ein Mann geht morgens zur Arbeit. Bis Mitternacht wird er Termine wahrnehmen, Leute treffen, ein anderer werden, Bankier, Vater einer Jugendlichen, der seine Tochter von einer Fete abholt, Tänzer, rationaler Verliebter, Mörder…

Holy motors ist ein vielseitiges, schillerndes Märchen. Leos Carax nimmt den Zuschauer gleich am Anfang des Films ohne Worte mit in seine Welt; mit einer geheimnisvollen Eingangsszene, in der die Hand des Regisseurs zum Schlüssel wird und die Tür zu einer sich wandelnden Welt öffnet.

Die Hauptfigur von Holy motors streift an einem Tag, wie eine Art Alice im Wunderland, durch eine westliche Gesellschaft, in diesem Fall die französische, die ihre Lebensfreude und ihren Lebenssinn so gut wie verloren hat. So ist seine Reise von einer tiefen, wenn auch nicht fatalen Melancholie geprägt, verstärkt durch eine kinematographische Melancholie, die uns zeigt: Selbst im Kino ist die Welt vielleicht nicht so, wie wir sie erträumen.

Denn Carax nutzt das Kino, um das wahre Leben zu zeigen, wie in der Sequenz, in der Kylie Minogue sich in eine tragische Jean Seberg verwandelt. Aber Carax bringt uns nicht die Jean Seberg aus Godards Außer Atem zurück, wie wir es erwartet haben, sondern eher die sehr viel geheimnisvollere Seberg aus Airport.

Eine unerwartete Entscheidung von Carax, aber eine gute Entscheidung, denn sie schafft diese magischen Momente, die den Film tragen.


Erstausstrahlungstermin: So, 1. Jul 2012, 11:45

Neuen Kommentar hinzufügen
blog comments powered by Disqus
Alle Ihre Fragen

Verweise

Dieses Video wurde auf folgenden Seiten verlinkt :