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EU: Streit um Genpflanzen

Das Thema Gentechnik wird in der EU – wieder einmal – heiß diskutiert. In Brüssel tagen heute die EU-Agrarminister, auf dem Tisch liegt folgender Vorschlag: Künftig sollen die Mitgliedsstaaten selber darüber entscheiden dürfen, ob sie den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen erlauben, einschränken oder verbieten. Eine einheitliche Linie zeichnet sich noch nicht ab.

„Wir können in den kommenden Monaten noch keinen Konsens erwarten. Es bleibt noch eine Menge zu tun“, erklärte die belgische Agrarministerin Sabine Laruelle nach ersten Beratungen in Brüssel. So sprachen sich Frankreich und Italien gegen den Plan aus, die Entscheidung über den Anbau von Genpflanzen den einzelnen Mitgliedstaaten zu überlassen. Auch die Bundesregierung ist nach Angaben eines EU-Diplomaten eher skeptisch.

Bisher werden in Europa erst zwei Genpflanzen angebaut: Die Maissorte MON 810 des US-Konzerns Monsanto und die Amflora-Kartoffel des deutschen BASF-Konzerns. Sechs EU-Staaten untersagen bisher allerdings den Anbau des Genmais, darunter Deutschland und Frankreich. Für Verärgerung hat zudem eine Entscheidung der EU-Kommission gesorgt: Ende Juli entschied sie, fünf neue Genmais-Sorten in der EU zuzulassen. Ungarn, Österreich, Luxemburg und Belgien wollen deswegen juristische Schritte gegen die EU-Kommission einleiten.

Dieses Vorgehen unterstützt auch das französische Departement Gers: Die Region will damit vor allem seine Bio-Bauern schützen. Die Bio-Landwirtschaft hat dort in den vergangenen Jahren enorm zugelegt: Etwa 250 Bio-Landwirte bewirtschaften mittlerweile zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Der Ärger im Departement Gers ist groß: Unsere Reporter Richard Bonnet und Guy Casals haben mit Politikern und Bauern in der Region gesprochen.


Erstausstrahlungstermin: Mo, 27. Sep 2010, 12:45

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