I killed my mother (Ausschnitt)
I killed my mother (Ausschnitt)
Erwachsenwerden ist kein Zuckerschlecken, das muss auch Hubert einsehen. Er wohnt mit seiner alleinerziehenden Mutter Chantal in Quebec und erlebt die erste Liebe mit Freund Antonin. Während Antonin ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu seiner Mutter Hélène hat, streitet sich Hubert regelmäßig mit Chantal: Sie mag gerne kitschige Einrichtungsgegenstände und hat einen exzentrischen Kleidungsstil, was ihr Sohn verabscheut. Auch die kleinste ihrer Gesten macht ihn wahnsinnig.
Ihr 17-jähriger Sohn findet das alles abstoßend. Gleichzeitig liebt Hubert sie und erinnert sich, genauso wie sie, wehmütig an die Tage zurück, als ihre Beziehung noch einfach und liebevoll war. Seine widersprüchlichen Gefühle und Gedanken versucht Hubert in Monologen festzuhalten, die er mit seiner Videokamera aufzeichnet. Seine Lehrerin Julie wird für Hubert eine Vertraute, die seine literarische Begabung erkennt und fördert.
Als Chantal durch Zufall von der Homosexualität ihres Sohnes erfährt, kommt es zum Eklat. Gemeinsam mit Huberts Vater Richard beschließt Chantal, Hubert auf ein Internat zu schicken. Dort schreibt Hubert einen Aufsatz über seine Hassliebe zu ihr mit dem Titel "Ich habe meine Mutter getötet" und stiehlt sich eines Tages davon, um zum Ort seiner Kindheit aufzubrechen.
Anders als der Titel suggeriert, wird in Xavier Dolans Debütfilm niemand umgebracht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der zerrütteten und zutiefst widersprüchlich emotionalen Mutter-Sohn-Beziehung der zwei Protagonisten, die in furiosen Wortduellen eine beeindruckende schauspielerische Leistung an den Tag legen.
Regisseur Dolan zeichnet die facettenreiche Beziehung mit ihren Problemen auf einfühlsame Weise nach, ohne dabei auf Stereotypen und Floskeln zurückzugreifen. Dadurch ist ihm ein subtiler Coming-of-Age-Film gelungen, bei dem Dolan nicht nur Produzent und Regisseur war, sondern auch Schauspieler. Er spielt die Hauptrolle des rebellischen Hubert an der Seite der frankophonen kanadischen Schauspielerin Anne Dorval als exzentrische Mutter Chantal.
Ausnahmetalent Dolan hat schon früh begonnen die Weichen seiner Karriere zu stellen: Im Alter von vier Jahren steht er zum ersten Mal für einen Werbespot vor der Kamera. Nach mehreren Rollen in Kurz- und Spielfilmen schreibt er mit 17 Jahren das Drehbuch zu "Ich habe meine Mutter getötet", in dem er autobiografische Erfahrungen verarbeitet, und verfilmt es 2009, mit nur 20 Jahren. Sein Debütfilm wird auf mehreren internationalen Festivals gefeiert und mit insgesamt 26 Preisen ausgezeichnet, unter anderem beim Vancouver International Film Festival und bei den Filmfestspiele in Cannes mit dem "Prix Regards Jeune".
Das junge Alter des Regisseurs merkt man der Inszenierung von "I Killed My Mother" jedenfalls nicht an. Die bestechende und auffallend gelungene Bildästhetik zeugt von Dolans gutem Filmgespür: Farben, Kameraeinstellungen und Tempo der Bilder sind präzise komponiert. Hinzu kommt das intensive Schauspiel der zwei Hauptdarsteller.
Es bleibt abzuwarten, ob Xavier Dolan die Erwartungen eines "Wunderkindes" weiterhin erfüllen wird. Sein Nachfolgefilm "Herzensbrecher" (2010) erhielt jedenfalls auch drei Auszeichnungen und sein Folgeprojekt "Laurence Anyways" wird mit Spannung erwartet.
(Kanada, 2009, 96mn)
ARTE F
Erstausstrahlungstermin:
Mi, 8. Feb 2012, 22:55
Neuen Kommentar hinzufügen
Alle Ihre Fragen
-
Videos des Tages

- Gomorrha
- Gestern, 21:00

- Paradiesische Verführung - Die Feige
- Gestern, 16:30

- Wildes Deutschland (3/5)
- Gestern, 19:30

- Stahlmenschen
- Di, 22. Mai 2012, 22:15

- Mit offenen Karten
- Gestern, 00:02

- ARTE Reportage
- Sa, 19. Mai 2012, 18:06
-
Weitere Videos zu dieser Sendung

- Bin gleich zurück (Ausschnitt)
- Mi, 16. Mai 2012, 22:45

- Das letzte Schweigen (Ausschnitt)
- Gestern, 00:25

- XXY (Ausschnitt)
- Mi, 23. Feb 2011, 23:05

- Der Kreis (Ausschnitt)
- Mi, 16. Feb 2011, 21:40

- Stilles Licht (Ausschnitt)
- Mi, 24. Nov 2010, 22:00

- Christoph Kolumbus (Ausschnitt)
- Di, 23. Nov 2010, 23:25
-
Meistgesehen

- Ann-Liv Young
- Fr, 12. Dez 2008, 00:00

- Sex im 21. Jahrhundert (Ausschnitt 1/3)
- Fr, 3. Dez 2010, 00:00

- Sex im 21. Jahrhundert (Ausschnitt 3/3)
- Fr, 17. Dez 2010, 21:45

- Sex im 21. Jahrhundert (Ausschnitt 2/3)
- Fr, 10. Dez 2010, 21:45

- "Kaufen für die Müllhalde" (Ausschnitt)
- Di, 24. Jan 2012, 20:15

- Summer of the 60s: "I get around"
- Mo, 7. Jun 2010, 11:12

- Verbotene Aufnahmen (1/12)
- Mo, 11. Okt 2010, 09:38

- Belle France - Die Provence
- Fr, 13. Jan 2012, 16:35

- Aufschneider (1/2)
- Fr, 18. Mai 2012, 20:15

- Verbotene Aufnahmen (2/12)
- Mo, 11. Okt 2010, 09:39
-
Zuletzt hinzugefügt

- Dies ist kein Film
- Gestern, 23:13

- Gomorrha
- Gestern, 21:00

- Wilder Balkan
- Gestern, 20:15

- Wildes Deutschland (3/5)
- Gestern, 19:30

- ARTE Journal
- Gestern, 19:10

- Square täglich
- Gestern, 18:55

- Cannes: Filme von Salles und Carax
- Gestern, 12:50

- Frankreichs mythische Orte (13/40)
- Gestern, 17:14

- Kanada: Streiks der Studenten
- Gestern, 12:50

- Paradiesische Verführung - Die Feige
- Gestern, 16:30
-
Letzte Chance

- X:enius
- Do, 17. Mai 2012, 08:28

- 360°- Geo Reportage
- Do, 17. Mai 2012, 09:42

- ARTE Journal
- Gestern, 12:50

- Tibet: Meines Vaters Land
- Do, 17. Mai 2012, 16:22

- Frankreichs mythische Orte (9/40)
- Do, 17. Mai 2012, 17:14

- Square täglich
- Gestern, 18:55

- ARTE Journal
- Gestern, 19:10

- Kur Royal (4/5)
- Do, 17. Mai 2012, 19:30

- Der letzte Zeuge
- Do, 17. Mai 2012, 20:15

- Die Liebenden und die Toten (3/8)
- Do, 17. Mai 2012, 20:59
