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Indien: Armutsfalle Mikrokredite


Indien: Armutsfalle Mikrokredite

Mikrokredite - das sind Darlehen, die es auch ärmsten Handwerkern und Bauern gestatten, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Klassische Banken weigern sich nämlich, Geld an arme, also nicht kreditwürdige Menschen zu verleihen. Das Ziel der Mikrokredite: Den Ärmsten der Armen einen Weg aus dem Elend zu eröffnen. Die Erfindung der Mikro-Kredite wurde sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet: Muhammad Yunus erhielt ihn 2006.

Ende der 70er-Jahre vergab der Ökonom aus Bangladesh den ersten Mikrokredit, 27 Dollar, und gründete ein Finanzierungsinstitut. Fast drei Milliarden Euro hat seine Grameen Bank in gut 30 Jahren verliehen. Und die Idee ging um die Welt: Mikrokredite gibt es heute in Afrika, Süd- und Lateinamerika, aber auch in Europa, insbesondere in Frankreich, und in den USA. Mehr als 150 Millionen Menschen in aller Welt profitieren derzeit davon.

Eigentlich sollen für die Kredite nur mäßige Zinsen verlangt werden. Doch daran halten sich längst nicht alle, die solche Mikrokredite vergeben - und denen weniger das Wohl der Armen am Herzen liegt, sondern vielmehr ihr eigenes Geschäft. Das größte Problem sind Kreditgeber, die ihre Schuldner mit Wucherzinsen ruinieren. Was als Weg aus der Armut begann, droht so zur Profitmacherei auf dem Rücken der Ärmsten zu verkommen. Dazu unsere Reportage aus Indien von David Muntaner.


Erstausstrahlungstermin: Do, 16. Dez 2010, 11:13

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