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Irland: Nach der Bankenkrise wächst die Armut

Irlands Staatsdefizit liegt liegt aktuell bei 32 Prozent; so hoch war es noch nie seit der Einführung des Euros. Schuld daran ist die Bankenkrise, die ein Drittel des Staatsvermögens verschlungen hat. Und wie so oft in solchen Situationen sind vor allem die betroffen, die ohnehin nichts haben.

Die Zeiten, in denen der „Keltische Tiger“ vor Kraft nur so strotzte scheinen vorläufig vorbei zu sein. Die Bankenkrise hat der wachsenden Wirtschaft des kleinen Landes ein jähes Ende gesetzt und tiefe Löcher in den Staatshaushalt gerissen. Die EU-Kommission in Brüssel versucht zwar zu beruhigen; Irland drohe nicht dasselbe Schicksal wir Griechenland, aber die Krise ist auch im Straßenbild der Städte unübersehbar. „Es gibt eine neue Armutsschicht“, sagt Pater Kevin Crowley, ein Kapuzinermönch, der mit seinen Mitbrüdern in Dublin eine Armenküche betreibt.

„Die Leute kommen nicht mehr über die Runden; sie können ihre Hypotheken nicht mehr zahlen und müssen 'raus aus ihren Häusern.“ Rund eintausend Mahlzeiten gehen in der Armenküche täglich für Bedürftige über den Tisch; damit ist der Hunger zwar vorerst gestillt, aber vielen steht nun auch noch ein harter Winter bevor. Eine Reportage von Hervé Amoric und Stephen O'Reilly.


Erstausstrahlungstermin: Di, 12. Okt 2010, 11:55

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