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Jake meidet die Medien


Jake meidet die Medien

Ein Hollywood-Star – vor allem einer, der Jurymitglied der Berliner Filmfestspiele ist – muss die Ausweichmanöver und das Versteckspiel mit den Medien und den Fans perfekt beherrschen. Die Kommunikationsprofis und Agenten predigen uns immer wieder: Ihr müsst euch rar machen, geheimnisvoll bleiben, die Leute neugierig machen... Vor allem sollten wir Interneteinträge vermeiden wie: "Jake Gyllenhaal naked at the Berlinale".
Man sollte sich auch nicht von einem Fotografen erwischen lassen, wenn man, in einer alten Jogginghose, gerade eine Currywurst isst und sich mit Soße bekleckert. Oder mit einer spärlich bekleideten Berlinerin bei einem Spaziergang Unter den Linden.

Ein Jurymitglied hat die Aufgabe, Filme anzuschauen und Preise zu verleihen. Und unser lieber Präsident würde außerdem nicht dulden, dass wir mit dickem Kopf – nach einem Sektgelage am Vorabend – zur Arbeit erscheinen. Also tun wir, was man von uns erwartet...

Wir verkriechen uns in dunklen Kinosälen und widmen den Filmen, die wir sehen, größte Aufmerksamkeit. Dann setzen wir uns vors Kamin in unserer Suite im Ritz und machen uns – mit dem Stift hinter dem Ohr und dem Notizblock in der Hand – Gedanken über die kinematographischen Qualitäten der gesehenen Filme. Und wir überlegen uns vor allem, was wir sagen können, um vor Mike Leigh – der Engländer ist und, wie ich ihm bei einer Presskonferenz bereits sagte, das Idol meiner Jugend – nicht dumm dazustehen.

Dieter will uns die Arbeit nicht zu leicht machen und hat uns gestern ein ziemliches schweres Programm geboten: Sister von Ursula Meier, Jayne Mansfield’s Car von Billy Bob Thornton und The Flowers of War von Zhang Yimou. Keine leichte Kost, und das sechs Stunden lang. Sie sehen also, wir leisten Schwerstarbeit auf der Berlinale.


Erstausstrahlungstermin: Di, 14. Feb 2012, 20:31

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