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Jenseits von Eden (Ausschnitt in Originalfassung)

Salinas, Kalifornien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Die Zwillingsbrüder Aron und Cal werden von ihrem Vater Adam Trask streng nach der Bibel erzogen. Ihre Mutter kennen sie nicht. Sie sei kurz nach der Geburt gestorben, heißt es. Während der folgsame Aron der Liebling des Vater ist, gibt sich Cal grüblerisch und schweigsam. Sein Vater gibt ihm immer wieder zu verstehen, dass er missraten und schwierig sei. Hat er das von seiner unbekannten Mutter geerbt?
Cal erfährt, dass sie gar nicht tot ist. Er findet sie schließlich als gut situierte Bordellbesitzerin in Monterey. Während Cal vergeblich die Liebe seines Vaters sucht, fällt ihm die der Verlobten seines Bruders, Abra, fast in den Schoß. Schüchtern und verschämt, weil sie den Bruder hintergehen, kommen sich die beiden näher. Als der Vater bei einer Spekulation fast sein gesamtes Vermögen verliert, hofft Cal, die Liebe und Anerkennung des Vaters mit einem großzügigen Geldgeschenk zu gewinnen.
Doch wieder weist ihn der strenge Vater zurück. Blind vor Zorn und Rachegelüsten erzählt Cal seinem Bruder die Wahrheit über ihre Mutter. Arons Welt bricht zusammen, er betrinkt sich und meldet sich freiwillig an die Front. Für den Vater sind diese Nachrichten zu viel. Er bricht mit einem Schlaganfall zusammen.

Mit "Jenseits von Eden" entdeckte Meisterregisseur Elia Kazan das Jugend-Idol James Dean, mit dem sich sofort Teenager in aller Welt identifizierten. "Ich nahm Jimmy, weil er Cal war, er hatte was gegen alle Väter". James Dean scheint sich in der Tat selbst zu spielen. Die Suche nach dem Vater, die biblisch anmutende Auseinandersetzung zwischen den Brüdern Kain und Abel - sie bilden die dramaturgischen Säulen des Films. James Dean erhebt diesen Mythos erstmalig auf eine zeitgemäße Ebene. Er spielt einen Jugendlichen, den es vorher nicht gab: Wissend, seherisch und verzweifelt zugleich lehnt er sich auf und symbolisiert so das Ende der alten patriarchalen Gesellschaft und den Beginn einer neuen Definition von Jugend. Die Verfilmung des John-Steinbeck-Romans war der erste Film, in dem James Dean eine Hauptrolle spielt und der einzige Film, dessen Erscheinen er selbst im Kino erleben durfte. 1956 wurde James Dean posthum für seine Rolle des Cal als bester Darsteller für den Oscar nominiert. Als "Giganten" (1956) und "Denn sie wissen nicht, was sie tun" (1955) ins Kino kamen, war der neue Hollywood-Liebling bereits tot.

(USA, 1955, 110mn)
ARTE F / ARD


Erstausstrahlungstermin: So, 8. Jul 2012, 20:15

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