Mein Leben - Maximilian Schell (Ausschnitt)
Mein Leben - Maximilian Schell (Ausschnitt)
Maximilian Schell ist eine herausragende Erscheinung in der Welt des internationalen Theaters und Films, ein Weltstar. Der Regisseur, Autor, Dramaturg, und Schauspieler wird am 8.Dezember 80 Jahre alt - behauptet aber von sich selbst, immer noch auf der Suche nach seinem Beruf zu sein. Das Porträt zeigt einen unermüdlichen Maximilian Schell, vor dessen bisherigen beruflichen Erfolgen sich Publikum und Kollegen verneigen - zuletzt beim 90-jährigen Jubiläum des "Jedermann" in Salzburg, während er selbst schon am nächsten Projekt feilt.
Maximilian Schell ist ein Weltstar. Am 8. Dezember wird der Schauspieler, Regisseur, Autor und Dramaturg 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass zeigt Arte diesen sehr einfühlsamen Film mit und über den berühmten Künstler.
Maximilian Schell wurde sechsmal für den Oscar nominiert: dreimal als Regisseur und dreimal als Schauspieler. Einen Academy Award als bester Schauspieler erhielt er für seine Rolle des Verteidigers in dem Film "Das Urteil von Nürnberg". Damit war Schell 1962 der erste deutschsprachige Oscargewinner seit dem Zweiten Weltkrieg - und plötzlich berühmt. Der "kleine Bruder" der weltbekannten Schauspielerin Maria Schell stand im internationalen Rampenlicht und blieb dort wie ein Fixstern - bis heute.
Jahrzehntelang arbeitete der Schweizer mit einem Bein in Hollywood, mit dem anderen in Europa - immer unterwegs. Schell hat unter der Regie von Theaterlegende Gustaf Gründgens 1963 den Hamlet gespielt, gilt überhaupt als der "Hamlet" und "Jedermann"-Darsteller schlechthin. Er stand mit Weltstars wie Marlon Brando, Burt Lancaster und Marlene Dietrich vor der Kamera.
Als Regisseur drehte Maximilian Schell mehrere preisgekrönte Spiel- und Dokumentarfilme, inszenierte Theaterstücke und Opern, und hatte dabei immer einen Ankerpunkt in seinem Leben: die Familie und die Alm in Österreich, die schon dem Urgroßvater seiner Mutter gehörte. Hier lebt er heute und hier entstand das einfühlsame Porträt eines leidenschaftlichen Mannes, den sein Schicksal als Emigrant persönlich und künstlerisch immer begleitet hat.
Maximilian Schell stammt aus einer Künstlerfamilie: Sein Vater war Dichter, die Mutter, Schauspielerin. Maximilian und seine drei Geschwister Maria, Carl und die kleinen Schwester Immy kommen in Wien zur Welt. Von klein auf erleben die Kinder das Theaterleben vor und hinter den Kulissen. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich flüchtet Familie Schell in die Schweiz. Da die Situation unübersichtlich ist, landen die Kinder zwischenzeitlich bei Verwandten und im Heim. Sein künstlerisches Talent lebt der junge Rebell in der Schule und auf der Bühne des legendären Zürcher Schauspielhauses aus, in dem sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg die Theaterelite Europas versammelt hat.
Das Emigrantentheater mit dem hohen politischen Anspruch prägt ihn: Im Verlauf seiner Karriere, ob als Schauspieler, Regisseur oder Filmproduzent, schwingt auch immer wieder eine politische Dimension mit, die den Geist der Zeit trifft, oder ihr voraus ist. Damit ist der Traummann vieler Frauen auch manchmal ein unbequemer Zeitgenosse, gewollt oder ungewollt, wird kritisiert und doch mit Preisen überhäuft.
(Deutschland, 2010, 43mn)
SR
Erstausstrahlungstermin:
So, 22. Mai 2011, 16:30
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